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Not macht erfinderisch. Weil sie bei der Ausbildung ihres musikalischen Nachwuchses als "Einzelkämpfer" an ihre Grenzen gestoßen waren, entschlossen sich im Herbst 1988 fünf Stauden-Musikvereine zu einem ungewöhnlichen Schritt: um den Fortbestand ihrer Blaskapellen langfristig zu sichern, taten sie sich zu einem Zweckbündnis nach Noten zusammen.
Die musikalische Ausbildung ihrer Kinder und Jugendlichen sollte fortan unter einem gemeinsamen Dach gebündelt, Synergieeffekte genutzt werden. Das Pilotprojekt "Jugendkapelle Stauden" (Juka) war geboren. Gründungsväter waren die Musikvereine Immelstetten-Mittelneufnach, Konradshofen, Mickhausen, Scherstetten und Walkertshofen.
Über 20 Jahre sind seither vergangen. Aus dem anfänglichen Pilotprojekt, das mangels vergleichbarer Erfahrungen zunächst auf wackeligen, unsicheren Beinen stand, dem Skeptiker - auch in den Reihen der eigenen Vereine - ein frühzeitiges Ende vorhersagten, ist eine auf das ganze Staudengebiet verteilte Musikschule entstanden.
Vier Sparten werden bei der Jugendkapelle Stauden angeboten: Zum qualifizierten Einzelunterricht auf allen gängigen Blech- und Holzblasinstrumenten und zum anschließenden Orchesterspiel in der Jugendkapelle bieten die Vereine seit 1991 auch die Musikalische Früherziehung (ab dem Kindergartenalter) und einen Blockflötenunterricht (ab 6 Jahren) an. Die Blockflöte ist zudem das ideale Einstiegsinstrument für Kinder, leicht zu handhaben und kostengünstig in der Anschaffung, und es kann dennoch die ganze Bandbreite des musikalischen Handwerks vermittelt werden.
Erfolgsrezept der Ausbildung ist ein dezentraler Unterricht. In jedem Ort gibt es das gleiche musikalische Angebot. Die Musikpädagogen kommen zu den Kindern. Nicht umgekehrt. Fahrdienste der Eltern sind erst später, bei dem Proben des Orchesters, erforderlich. Doch: Jeden Monat gastiert die junge Kapelle zum Üben in einem anderen Ort, die "Heimspiele" sind gerecht verteilt.

Vier bis fünf Jahre musizieren die Jugendlichen in der Juka, ehe sie mit dem erforderlichen Rüstzeug im Gepäck in ihre Stammkapellen wechseln. Trotz aller Erfolge des jungen Orchesters bei Konzerten und Wertungsspielen: die Juka lebt also vom Wechsel. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern nur Zwischenstufe.
Von Anfang an war es das Bestreben der Vereinsvorsitzenden, das Projekt "Juka" als unbürokratische, ehrenamtliche und somit möglichst kostengünstige Eigeninitiative in Form einer Arbeitsgemeinschaft zu betreiben. Mit Guntram Wiblishauser, dem vormaligen langjährigen Vorsitzenden des Walkertshofener Musikvereins, führte 15 Jahren lang ein unermüdlicher Organisator, Vordenker und "Motor" die Geschäfte der gemeinsamen Jugendkapelle. Seither teilen sich die Vorsitzenden der beteiligten Vereine (Immelstetten-Mittelneufnach, Mickhausen und Scherstetten) gemeinsam alle anfallenden organisatorischen Aufgaben.
Kein leichtes Unterfangen bei derzeit knapp 80 Kindern und Jugendlichen. Das Ausbildungsniveau garantieren qualifizierte Musikpädagogen: musikalischer Gesamtleiter der Juka Stauden ist seit dem ersten Tag der Bobinger Franz Xaver Holzhauser. (Text: Walter Kleber)

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